"Himmel bauen"

Den Neujahrsgottesdienst durften die Geschwister der Gemeinde mit ihrem Apostel erleben.

Dem Festgottesdienst lag das Bibelwort Micha 7,7 zugrunde.

"Ich aber will auf den Herrn schauen und harre auf den Gott meines Heils. Mein Gott wird mich erhören."

Nachdem Apostel Wosnitzka der Gemeinde seine guten Wünsche für das neue Jahr übermittelt hatte, ging er auf das Lied der Sänger ein. Darin wird die Frage gestellt: "Wann kommst du, Herr Jesu?" Der Apostel zeigte auf, dass unser Hoffen auf die Wiederkunft Jesu nicht bedeutet, dass wir keine Lust mehr am Leben haben. Jedoch müssen Schwerpunkte im Leben gesetzt werden, und die Hoffnung auf den Herrn sollte der erste Schwerpunkt sein.

Für das neue Jahr übertrug der Apostel den Geschwistern die Aufgabe, in der eigenen Seele, im eigenen Herzen und in der Gemeinde Himmel zu bauen. Dazu gehört, sich in der Gemeinde und in den Familien immer neu einander Zuwendung zu schenken und über so manche Unzulänglichkeit des Nächsten oder auch in der Gemeinde hinwegzuschauen.

Auf des Bibelwort eingehend, nahm der Apostel die Gemeinde mit in die Zeit des Propheten und übertrug die Zustände, die der Prophet in seiner Zeit gesehen hatte, auf die Gegenwart. Besonders am Anfang eines neuen Jahres fragen wir uns: Was wird es uns bringen? Ganz gleich, was geschehen wird, alles liegt in Gottes Hand. Manche Entwicklungen lassen uns ein Stück verzweifeln. Doch der Apostel "übersetzte" die Worte des Propheten "ich aber will auf den Herrn schauen" so: Ich mach' da nicht mit. Wir wollen nicht nur auf den Herrn harren, sondern ihn in Entscheidungssituationen, Versuchungen und Anfechtungen sowie in Zeiten der Sorge und des Leides suchen und auf ihn schauen.

In Vorbereitung der Sündenvergebung machte der Apostel deutlich, welch besondere Gnade es ist, in den Gottesdienst gehen zu dürfen und mit dem Vater und dem Sohn Tischgemeinschaft zu erleben.

Die Gemeinde Ohrdruf erlebte an diesem Neujahrstag gewissermaßen einen dreifachen Höhepunkt - Heilige Wassertaufe, Heilige Versiegelung und Heiliges Abendmahl.

Mit Gebet und Segen ging der Gottesdienst zu Ende.

aw