Apostelgottesdienst in Ohrdruf

Apostel Wosnitzka besuchte am Mittwochabend die Gemeinde Ohrdruf. Er diente mit dem Bibelwort, das Stammapostel Schneider in einem Gottesdienst in Dänemark verwendet hatte, und ordinierte einen Priester und einen Diakon.

Den Gottesdienst stellte der Apostel unter das Bibelwort 1. Chronik 29, 8.9:

„Und wer immer bei sich edle Steine hatte, der gab sie zum Schatz des Hauses des Herrn unter die Hand Jehiels, des Gerschoniters.
Und das Volk war fröhlich, dass sie so willig waren; denn sie gaben's dem Herrn freiwillig von ganzem Herzen. Und der König David war hocherfreut.“

Zu Beginn seiner Predigt drückte der Apostel seinen Wunsch aus, dass die Gemeinde in diesem Gottesdienst spüren möge, wie Gott sich ihr in seiner Huld zuwendet. Ein jeder soll sich angesprochen und geliebt fühlen. In unserer Gesellschaft hat die Gemeinschaft an Wert verloren. Viele Menschen werden zum Einzelkämpfer und suchen vermehrt nach dem Eigenen. Dabei ist Gemeinschaft wertvoll und erstrebenswert. Wir sind miteinander unterwegs, dem Ziel unseres Glaubens entgegen.

In Bezug auf das Bibelwort erläuterte der Apostel, dass es zunächst wichtig ist, dass die Zusammenhänge verdeutlicht werden: Das Volk Israel war auf Reisen und hatte keinen Ort, wo es seine Opfer darbringen konnte. Es führte zwar die Stiftshütte bei sich. Diese war eigentlich nicht würdig genug, Gott Lob, Dank und Opfer darzubringen. Dem König David eröffnete sich dann die Möglichkeit, einen Tempel zu errichten; und dessen Sohn Salomo hat diesen Tempel fertig gestellt.

In dem Wort ist zu lesen, dass die Freude über den Tempelbau sehr groß war. Viele Wohlhabende haben sich zusammengetan und den Tempelbau finanziell unterstützt. Sie wollten dazu beitragen, dass der Tempel fertiggestellt werden konnte und waren glücklich darüber, dass sie einen Ort bekommen, wo sie Gott rühmen und preisen konnten. Aus ihrer Überzeugung heraus gaben sie ihre edlen Steine für den Bau des Tempels.

In seinem weiteren Dienen machte Apostel Wosnitzka deutlich, dass das Bild vom Tempelbau auch als Metapher für das Werk Gottes gesehen werden kann. Es gibt eine Entwicklung, aber das Werk ist noch nicht fertig. Der Tempel ist auch ein Bild für die Kirche Jesu Christi, ein Bild für unsere Gemeinde. Weder die Kirche Christi noch die Gemeinde sind fertig. Gott möchte seinen Tempel vollenden, und dazu braucht er uns. Die edlen Steine sind ein Bild für das Opfer, das man bringt. Wir wollen das Opfer aber nicht nur darauf beschränken, was wir in den Opferkasten legen.

Ein Opfer kann sein:

  • bei der Konfirmation, sich Gott zu übergeben und dem Teufel zu entsagen
  • ein Gott wohlgefälliges Leben zu führen, nach seinem Willen zu fragen und sich danach auszurichten

Ferner sprach der Apostel an, dass wir in einer Zeit leben, in der es gar nicht so leicht ist, Sünde von Nicht-Sünde zu unterscheiden. Der Teufel macht ein Schleifchen um die Sünde. Und dieses wird immer schöner und größer. Dem Teufel zu entsagen, ist gar nicht so leicht, weil es der Böse geschafft hat, die Sünde schön einzupacken. Um richtig entscheiden zu können, braucht es göttliche Weisheit. Wir wollen dabei dem Heiligen Geist viel Raum geben. „Alles sei uns leicht entbehrlich, was mit dir sich nicht verträgt“ ist leicht gesungen, aber nicht so leicht getan.

Wir möchten immer wieder einmal unsere Verhaltensweise überprüfen, ob sie denn noch passend und übereinstimmend mit dem ist, was unsere Kirche und Gemeinde heute braucht. Vielleicht muss man auch mal seine Meinung korrigieren. Auch Petrus musste dieses tun. Er war überzeugt, dass das Evangelium für die Juden bestimmt war, und als Jesus sich den Heiden zuwendete, änderte Petrus seine Meinung.

Nach Sündenvergebung und Heiligem Abendmahl gab Apostel Wosnitzka seiner Dankbarkeit Ausdruck, dass sich immer wieder Geschwister bereit erklären, im Werk des Herrn mitzuarbeiten, um den Tempel des Herrn fertig zu stellen.

Der Apostel setzte für die Gemeinde Ohrdruf zwei Amtsgaben. Diakon Ronny Meder wurde zum Priester und Bruder Ralf Richert zum Diakon ordiniert.

A.W./R.R.