"Schuhkartonreise" nach Schwetzingen

Am letzten Augustwochenende reisten 13 Geschwister der Gemeinde Ohrdruf nach Schwetzingen, um die Geschwister in der dortigen Gemeinde kennenzulernen. Die Ohrdrufer hatten sich diese Gemeinde im Norden von Baden-Württemberg, malerisch gelegen zwischen Heidelberg und Mannheim, als Partnergemeinde selbst ausgesucht.

Die Anreise erfolgte mit privaten PKW's und nachdem die Hotelzimmer bezogen waren, folgten die Ohrdrufer einer Einladung der Schwetzinger Botschafterin zu deren Geburtstagsfeier in eine Grillhütte ins nahe gelegene Plankstadt. Dort waren nicht nur die Familie der Botschafterin, Ursula Nehrke, sondern auch etliche Gemeindemitglieder versammelt. Somit konnten sich schon einige der Glaubensgeschwister aus Ohrdruf und Schwetzingen kennenlernen. Das erste Eis war schnell gebrochen, denn die Ohrdrufer brachten - gemäß ihrer Thüringer Volksweise - der Gratulantin und ihren Gästen ein Ständchen dar. Im Verlauf des Abends kamen schöne Gespräche unter den Geschwistern zustande, es wurde gescherzt und gesungen - doch nun nicht mehr von den Thüringern allein - einige Schwetzinger stimmten frohgelaunt in Volks- und Spaßlieder mit ein.

Am Samstag erfolgte ein Besuch des berühmten Schwetzinger Schlossgartens. Auch hier waren die Thüringer nicht allein. Die erlebte Geschwisterlichkeit und Gemeinsamkeiten des Vorabends bewegte einige Geschwister, die Ohrdrufer ganz unplanmäßig durch den Schlossgarten zu begleiten. Der Ohrdrufer Botschafter, Thomas Trautmann, hatte sich auf diese Sehenswürdigkeit vorbereitet und berichtete den Besuchern Wissenswertes darüber. Ein besonderes Erleben dieses Spaziergangs bereiteten sich alle Anwesenden selbst. Im Schwetzinger Schlossgarten gibt es eine Moschee mit einem verzierten Wandelgang, in dessen Umlauf kleine Hallen mit herrlicher Akustik zu bestaunen sind. Dort sangen die Geschwister einige Lieder aus dem neuapostolischen Liedgut - ein berührendes und verbindendes Erlebnis.

Den Nachmittag konnte jeder nach eigenem Ermessen gestalten. Manche nutzten den Nachmittag zur Erholung und Entspannung, denn es war sehr heiß an diesem Tag. Andere nahmen die Gelegenheit wahr, die Rennstrecke Hockenheimring anzuschauen. Den Tag ließen die Geschwister bei einem gemeinsamen Abendessen ausklingen, wobei die Vorfreude auf den gemeinsamen Gottesdienst am Sonntag merklich spürbar war.

Den Gottesdienst leitete der Bezirksevangelist, der die Freude über das Zusammensein der Geschwister der beiden Partnergemeinden gleich wahrnahm und dies auch freudig bekundete. Gemeinsam wurde ein Chor gebildet und eine Vorahnung der himmlischen Gemeinschaft wurde fühlbar. Der Schwetzinger Vorsteher betonte im Gottesdienst, dass die Geschwister aus Ohrdruf nicht wie Fremde zu Besuch gekommen waren, sondern wie Verwandte, die man schon lange kennt.

Diese Quintessenz des gemeinsamen Wochenendes konnten alle Beteiligten bezeugen. Nicht fremd war man sich - vielmehr innerlich verbunden, nah, verwandt, geliebt. All diese Merkmale wurden sichtbar und erlebbar in Blicken, Gesten und Worten.

Bei einem gemeinsamen Brunch, den die Schwetzinger ihren Gästen zum Abschied bereiteten, konnte man sich für die über 300 km lange Heimfahrt stärken. Gedanken, aber auch Telefonnummern und Adressen, wurden ausgetauscht und so das Wiedersehen vorbereitet.

Mit einer Einladung der Schwetzinger nach Thüringen und einem herzlichen Dankeschön für das wunderschöne Wochenende traten die Ohrdrufer in Vorfreude auf das nächste Treffen die Heimreise an.

T.T./R.R.