Krone auf, Herz an! – Kindertag 2026 in Meiningen

Was haben ein Joker, ein Hirtenjunge, ein riesiger Goliath, ein königlicher Thron und ein Ei auf einem Löffel gemeinsam? Sie alle gehörten zum Kindertag 2026 in Meiningen! Unter dem Motto „Miteinander. Füreinander.“ erlebten die Kinder einen Gottesdienst, bei dem nicht nur zugehört, sondern auch gelacht, mitgeraten, gesungen und Theater gespielt wurde. Dabei fanden sie heraus, warum Gott nicht auf Kleidung, Haare oder Aussehen schaut, sondern auf das Herz. Danach ging das Abenteuer im Schloss Elisabethenburg weiter – mit Musik, Spielen, Verkleidungen, geheimen Ecken und jeder Menge königlichem Spaß.

Was sehen wir, wenn wir einen Menschen zum ersten Mal anschauen? Seine Haare, seine Kleidung oder vielleicht sein Lächeln. Aber können wir dadurch auch erkennen, wie er wirklich ist?

Um diese Frage ging es beim Kindertag des Kirchenbezirks Gotha am Sonntag, 23. August 2026, in Meiningen. Im Gottesdienst mit Apostel Mike Dietel stand ein wichtiger Satz aus der Bibel im Mittelpunkt:

„Ein Mensch sieht, was vor Augen ist; der Herr aber sieht das Herz an.“
1. Samuel 16,7

Doch statt nach dem Textwort einfach mit dem nächsten Lied fortzufahren, wurde es zunächst richtig lebendig. Das Theaterstück „Miteinander – Füreinander – ohne Vorurteile“ holte das Thema direkt in die Lebenswelt der Kinder. Da wurde über andere gelästert, über Kleidung und Aussehen geurteilt und schnell entschieden, mit wem man etwas zu tun haben möchte – und mit wem lieber nicht.

Kann man wirklich wissen, wie jemand ist, ohne jemals mit ihm gesprochen zu haben? Natürlich nicht! Vielleicht ist das stille Kind nebenan ein richtig guter Freund. Vielleicht ist jemand beim Wettrennen nicht der Schnellste, kann dafür aber wunderbar zeichnen, spannende Geschichten erzählen oder besonders gut zuhören. Jeder Mensch hat etwas, das ihn besonders macht – manchmal muss man nur genauer hinschauen.

Genau das zeigte auch das Theaterstück. Plötzlich führte die Geschichte die Kinder weit zurück in die Zeit der Bibel: Samuel sollte im Auftrag Gottes einen neuen König finden. Einer nach dem anderen traten sieben Söhne Isais vor ihn. Sie waren groß, stark und sahen vielleicht sogar schon ein bisschen königlich aus. Doch Gott sagte jedes Mal: Der Richtige ist noch nicht dabei!

Aber wo steckte er?

Draußen bei den Schafen! Dort hütete David, der jüngste Sohn, die Herde. Ausgerechnet ihn hatte zunächst niemand geholt. Doch Gott sah nicht auf Größe, Muskeln oder prächtige Kleidung. Er sah Davids Herz – und wusste: Dieser Junge ist der Richtige.

Viele Kinder erkannten David sofort wieder. War das nicht der Junge, der später gegen den riesigen Goliath kämpfte? David war zwar kleiner als der Riese, aber er hatte etwas, das viel stärker war als große Muskeln: Mut, Vertrauen und Gott an seiner Seite.

Apostel Mike Dietel griff diesen Gedanken auf: Um sich königlich zu verhalten, braucht man weder eine Krone noch einen Thron – und schon gar kein eigenes Schloss. Königliches Verhalten beginnt dort, wo wir andere freundlich behandeln, ihnen helfen und niemanden ausschließen.

Das kennt fast jeder aus dem Sportunterricht: Zwei Kinder wählen ihre Mannschaften. Die Schnellsten und Sportlichsten sind sofort dabei. Doch was ist mit dem Kind, das am Ende noch allein dasteht? Genau dann können wir zeigen, was wirklich königlich ist: hingehen, Platz machen und sagen:

„Komm zu uns – du gehörst dazu!“

Denn Gott interessiert nicht, ob jemand blonde oder braune Haare, helle oder dunkle Haut, neue Turnschuhe oder eine schiefe Frisur hat. Er schaut auf das Herz und entdeckt in jedem Menschen etwas Wertvolles.

Nach dem Gottesdienst war noch lange nicht Schluss. Nach einer kleinen Stärkung marschierten die Kinder zum Schloss Elisabethenburg – schließlich wartete dort bereits das nächste Abenteuer.

In der Museumskirche wurde die Geschichte von Josef erzählt. Doch diesmal spielte auch die Orgel mit. Die Personen und Stimmungen bekamen ihre eigenen Klänge: mal fröhlich, mal geheimnisvoll und mal richtig spannend. Es war fast wie ein Film für die Ohren – nur ohne Bildschirm und Popcorn.

Danach mussten die Kinder nicht mehr still sitzen. Beim Krocket, Federball, Sackhüpfen und Eierlaufen waren Geschicklichkeit, Tempo und starke Nerven gefragt. Vor allem beim Eierlaufen lautete die wichtigste Regel: Das Ei soll ins Ziel – und nicht im hohen Bogen davonfliegen!

Anschließend öffnete das Schloss seine königlichen Türen. Die Kinder schlüpften in prächtige Gewänder, verwandelten sich in Könige, Königinnen, Prinzen und Prinzessinnen und durften sogar auf dem Thron Platz nehmen. Ob dabei schon heimlich neue Schlossregeln beschlossen wurden, ist nicht bekannt.

Bei der Führung entdeckten sie versteckte Winkel und geheimnisvolle Ecken. Außerdem erfuhren sie Spannendes über die Geschichte der Elisabethenburg und über Herzog Georg II. So wurde das Schloss für eine Weile zu einem großen Abenteuerspielplatz voller Geschichten.

Mit vielen Erlebnissen im Kopf und etwas müderen Beinen ging es zurück zur Kirche. Dort warteten bereits Kuchen und Kakao – und für die Erwachsenen natürlich Kaffee. Nach Sackhüpfen, Schlossführung und königlichem Probesitzen kam diese Stärkung genau richtig.

Am Ende passten Gottesdienst und Schlossabenteuer wunderbar zusammen.

Die Kinder hatten gelernt: Königlich zu sein braucht keine Krone.

Es zeigt sich darin, dass wir andere nicht vorschnell beurteilen, niemanden ausschließen und füreinander da sind. Königlich handelt, wer hilft, zuhört, verzeiht und den Mut hat, nach einem Streit wieder auf den anderen zuzugehen.

So machten sich viele kleine Königinnen und Könige auf den Heimweg – mit müden Beinen, fröhlichen Erinnerungen und einer wichtigen Botschaft im Herzen:

Du bist wertvoll. Du gehörst dazu. Und gemeinsam macht das Leben viel mehr Spaß.